Schichtlinien

Was sind Schichtlinien?

Schichtlinien, auch Layerlines genannt, sind sichtbare horizontale Strukturen auf der Oberfläche von 3D-Drucken. Sie entstehen zwangsläufig durch das schichtweise Fertigungsprinzip, bei dem diskrete Ebenen übereinander aufgebaut werden. Je nach Schichtdicke, Flächenneigung und Beleuchtung sind sie mehr oder weniger deutlich erkennbar.

Entstehung

Schichtlinien entstehen dort, wo schräge oder gekrümmte Oberflächen auf die horizontalen Schichtebenen treffen. Jede Schicht hat eine endliche Dicke und erzeugt dadurch eine kleine Stufe. Bei steilen Winkeln nahe der Vertikalen sind die Stufen minimal. Bei flachen Winkeln werden sie ausgeprägter. Horizontale Flächen zeigen keine Schichtlinien, da sie vollständig innerhalb einer Ebene liegen.

Einflussfaktoren

Die Sichtbarkeit von Schichtlinien hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Schichtdicke als primärer Faktor
  • Neigungswinkel der Oberfläche
  • Materialfarbe und Glanzgrad
  • Beleuchtungswinkel bei der Betrachtung
  • Belichtungsparameter und Überpolymerisation
  • Qualität der FEP-Folie

Minimierung durch Druckparameter

Die wichtigste Maßnahme gegen Schichtlinien ist die Reduzierung der Schichtdicke. Jede Halbierung halbiert auch die Stufenhöhe. Die Ausrichtung des Modells kann kritische Flächen in günstigere Winkel bringen. Leichte Überbelichtung kann Kanten abrunden, erhöht aber das Risiko von Detailverlust. Anti-Aliasing in der Slicing-Software glättet Kanten digital.

Nachbearbeitung

Verschiedene Nachbearbeitungsmethoden reduzieren sichtbare Schichtlinien. Schleifen mit aufsteigenden Körnungen von 400 bis 2000 glättet die Oberfläche mechanisch. Füller und Grundierung füllen kleine Stufen aus. Sprühbare Primer mit Fülleffekt sind besonders effektiv. Bei transparenten Teilen kann Polieren oder Klarlackierung die Oberfläche glätten.

Akzeptanz und Anwendung

Die akzeptable Sichtbarkeit von Schichtlinien hängt vom Verwendungszweck ab. Bei technischen Prototypen für Funktionstests sind sie meist irrelevant. Miniaturen und Schmuck erfordern minimale Sichtbarkeit für optimale Ästhetik. Industrielle Anwendungen definieren oft Grenzwerte für die Oberflächenrauheit. Die Wahl der Parameter richtet sich nach diesen Anforderungen.