Nitrilhandschuhe

Was sind Nitrilhandschuhe?

Nitrilhandschuhe sind Schutzhandschuhe aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk, einem synthetischen Gummi. Sie werden als Einwegprodukt verwendet und schützen die Haut vor direktem Kontakt mit potenziell schädlichen Substanzen. Im Resin-3D-Druck sind sie die Standardausrüstung für alle Arbeitsschritte, bei denen Kontakt mit flüssigem oder unvollständig ausgehärtetem Harz möglich ist.

Warum Nitril statt Latex

Nitril bietet gegenüber anderen Handschuhmaterialien Vorteile für den Einsatz mit Kunstharzen. Die Chemikalienbeständigkeit ist höher als bei Latex oder Vinyl. Nitril ist latexfrei und verursacht keine allergischen Reaktionen bei Latexempfindlichkeit. Die mechanische Festigkeit ist gut, und das Material ist durchstichresistenter als vergleichbare Latexhandschuhe.

Schutzwirkung und Grenzen

Nitrilhandschuhe bieten effektiven Schutz bei kurzzeitigem Kontakt mit Harzen. Zu beachten ist jedoch:

  • Keine unbegrenzte Chemikalienbeständigkeit
  • Manche Lösungsmittel durchdringen Nitril mit der Zeit
  • IPA kann bei längerem Kontakt durchdiffundieren
  • Regelmäßiger Wechsel ist erforderlich
  • Dicke beeinflusst Schutzwirkung und Tastgefühl

Richtige Anwendung

Die korrekte Verwendung maximiert den Schutz. Handschuhe werden vor jedem Umgang mit Harz angezogen. Bei Kontamination der Außenseite erfolgt sofortiger Wechsel. Nach dem Ausziehen werden die Hände gewaschen. Handschuhe werden nicht mehrfach verwendet. Bei der Reinigung mit IPA sollten die Handschuhe nach etwa 15 bis 20 Minuten gewechselt werden.

Auswahl und Qualität

Für den Resin-Druck eignen sich Nitrilhandschuhe mittlerer Stärke zwischen 0,1 mm und 0,15 mm. Dünnere Handschuhe bieten besseres Tastgefühl, reißen aber leichter. Dickere Varianten erhöhen den Schutz auf Kosten der Fingerfertigkeit. Qualitätshandschuhe ohne Nähte oder Schwachstellen bieten zuverlässigeren Schutz als Billigprodukte.

Entsorgung

Gebrauchte Nitrilhandschuhe werden als Restmüll entsorgt, wenn sie nur mit ausgehärtetem Material in Kontakt waren. Bei Kontamination mit flüssigem Harz sollten sie mit den anderen Harzabfällen behandelt werden. Das Austrocknen und UV-Aushärten anhaftender Harzreste vor der Entsorgung ist empfehlenswert, um unkontrollierte Reaktionen zu vermeiden