Was ist Nachhärten?
Nachhärten ist ein essenzieller Schritt in der Nachbearbeitung von Resin-3D-Drucken. Direkt nach dem Druck ist das Material noch nicht vollständig polymerisiert. Die Oberfläche kann klebrig sein, und das Bauteil erreicht noch nicht seine maximalen Festigkeitswerte. Durch Bestrahlung mit UV-Licht in einer Aushärtestation wird die Vernetzung des Polymers vervollständigt.
Warum ist Nachhärten notwendig
Während des Drucks härtet nur die vom Licht direkt getroffene Oberfläche jeder Schicht vollständig aus. Im Inneren und an der Außenseite verbleiben teilweise reaktive Bestandteile. Ohne Nachhärtung bleiben Bauteile weicher als spezifiziert, können sich verformen und sind an der Oberfläche nicht vollständig ausreagiert. Die Nachhärtung stellt die vorgesehenen Materialeigenschaften sicher.
Methoden der Nachhärtung
Für das Nachhärten stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:
- Dedizierte UV-Aushärtestationen mit 405-nm-LEDs
- Kombinierte Wash-&-Cure-Geräte
- Sonnenlicht bei guten Wetterbedingungen
- Selbstgebaute UV-Kammern mit LED-Streifen
- Industrielle Belichtungssysteme mit Temperaturkontrolle
Ablauf der Nachhärtung
Der korrekte Ablauf beginnt mit der Reinigung des Bauteils. Erst nach vollständiger Entfernung des flüssigen Harzes erfolgt die Nachhärtung. Das trockene Bauteil wird in die UV-Kammer gelegt und belichtet. Ein Drehteller sorgt für gleichmäßige Bestrahlung aller Seiten. Die Belichtungszeit richtet sich nach Harztyp, Bauteilgröße und Wandstärke.
Zeitempfehlungen
Die optimale Nachhärtezeit variiert je nach Material. Standardharze benötigen typischerweise 2 bis 10 Minuten. Technische Harze und gefüllte Materialien erfordern oft längere Zeiten von 10 bis 30 Minuten. Zu kurze Nachhärtung hinterlässt weiche Bereiche. Übermäßige Belichtung kann das Material verspröden lassen. Die Herstellerangaben auf der Harzverpackung geben Orientierung.
Wärmeunterstützte Nachhärtung
Einige Harze, insbesondere technische Formulierungen, erreichen ihre optimalen Eigenschaften erst durch kombinierte UV- und Wärmebehandlung. Spezielle Aushärtestationen bieten integrierte Heizungen. Die erhöhte Temperatur beschleunigt die Vernetzungsreaktion und ermöglicht eine vollständigere Polymerisation in der Tiefe des Materials.

