Maßgenauigkeit

Was ist Maßgenauigkeit?

Maßgenauigkeit beschreibt im 3D-Druck, wie exakt die Dimensionen eines gedruckten Objekts mit den digitalen Vorgaben übereinstimmen. Sie wird typischerweise als Abweichung in Millimetern oder als prozentuale Toleranz angegeben. Industrielle SLA-Drucker erreichen Genauigkeiten von ±0,1 mm für Bauteile bis 100 mm Länge, bei größeren Objekten wird oft ein prozentualer Wert wie ±0,1 Prozent der Länge angegeben.

Einflussfaktoren Hardware

Die Hardware des Druckers setzt die Grundlage für erreichbare Maßgenauigkeit. Die Präzision der Z-Achsen-Führung bestimmt die vertikale Genauigkeit. Die Auflösung des Displays oder Lasers limitiert die horizontale Präzision. Stabile mechanische Konstruktion verhindert Vibrationen und Verformungen. Temperaturstabilität erhält die Kalibrierung über längere Druckzeiten.

Einflussfaktoren Material

Das Druckmaterial beeinflusst die Maßgenauigkeit erheblich:

  • Schrumpfung während und nach der Aushärtung
  • Verzug durch innere Spannungen
  • Quellung bei Feuchtigkeitsaufnahme
  • Nachschrumpfung bei der Nachhärtung
  • Thermische Ausdehnung bei Temperaturänderungen
  • Materialabhängige Überpolymerisation

Kalibrierung

Eine sorgfältige Kalibrierung ist Voraussetzung für maßhaltige Drucke. Die Nivellierung der Bauplattform stellt den korrekten Abstand zur Harzwanne sicher. Belichtungstests optimieren die Aushärteparameter für das jeweilige Harz. Bei präzisionskritischen Anwendungen werden Skalierungsfaktoren ermittelt, um systematische Abweichungen zu kompensieren.

Messung und Prüfung

Die Überprüfung der Maßgenauigkeit erfolgt mit geeigneten Messgeräten. Messschieber erfassen Außen- und Innenmaße mit Genauigkeiten bis 0,01 mm. Messuhren prüfen Ebenheiten und Rundläufe. Koordinatenmessgeräte ermöglichen vollständige 3D-Vermessung komplexer Bauteile. Regelmäßige Prüfungen mit Referenzmodellen überwachen die Druckerleistung.

Anforderungen nach Anwendung

Die erforderliche Maßgenauigkeit variiert je nach Einsatzzweck. Dekorative Objekte tolerieren größere Abweichungen. Funktionale Prototypen für Passungstests erfordern enge Toleranzen. Dentalanwendungen und technische Präzisionsteile stellen die höchsten Anforderungen. Die Wahl des geeigneten Druckers und Materials richtet sich nach den spezifischen Genauigkeitsanforderungen.