Harzdruck

Was ist Harzdruck?

Harzdruck, auch Resin-Druck genannt, bezeichnet additive Fertigungsverfahren, bei denen lichtempfindliche Kunstharze durch UV-Strahlung ausgehärtet werden. Anders als beim Filamentdruck mit geschmolzenem Kunststoff entsteht das Objekt durch Photopolymerisation direkt aus dem flüssigen Zustand. Alle Harzdruck-Technologien gehören zur Familie der Vat-Photopolymerisation.

Technologien im Harzdruck

Unter dem Begriff Harzdruck werden verschiedene Verfahren zusammengefasst:

  • SLA mit scannenden UV-Lasern
  • DLP mit Mikrospiegelprojektoren
  • LCD/MSLA mit maskierenden Displays
  • Kontinuierliche Verfahren wie CLIP

Alle nutzen das gleiche Grundprinzip der lichtinduzierten Aushärtung, unterscheiden sich jedoch in der Art der Lichtführung und den resultierenden Eigenschaften.

Vorteile des Harzdrucks

Der Harzdruck bietet gegenüber anderen 3D-Druckverfahren spezifische Stärken. Die Oberflächenqualität übertrifft filamentbasierte Verfahren deutlich. Feine Details und scharfe Kanten werden präzise wiedergegeben. Die Schichtlinien sind weniger sichtbar. Das breite Materialspektrum reicht von starr bis flexibel, von transparent bis opak, von Standardanwendungen bis zu technischen Spezialharzen.

Nachteile und Herausforderungen

Der Harzdruck bringt auch Herausforderungen mit sich. Die Materialien erfordern sorgfältigen Umgang und Schutzmaßnahmen. Die Nachbearbeitung mit Waschen und Nachhärten ist aufwendiger als bei anderen Verfahren. Die Bauvolumen sind oft kleiner als bei FDM-Druckern gleicher Preisklasse. Die Materialkosten pro Kilogramm liegen höher als bei Filamenten.

Typische Anwendungen

Der Harzdruck hat sich in verschiedenen Branchen etabliert. Die Schmuckindustrie nutzt ihn für Feingussmodelle. Zahntechniker fertigen Modelle, Schienen und Provisorien. Im Modellbau entstehen detaillierte Miniaturen und Figuren. Produktdesigner erstellen realitätsnahe Prototypen. Ingenieure produzieren Funktionsprototypen und Kleinserien technischer Bauteile.

Arbeitsschutz

Der Umgang mit Harzen erfordert besondere Vorsichtsmaßnahmen. Flüssiges Harz ist hautreizend und sollte nicht berührt werden. Nitrilhandschuhe schützen bei der Handhabung. Die Dämpfe können bei mangelnder Belüftung Beschwerden verursachen. Nach dem Aushärten sind die Bauteile unbedenklich. Die korrekte Entsorgung von Harzresten und Reinigungsmitteln ist zu beachten.