Was ist Gießharz?
Gießharz ist ein Photopolymer, das speziell für das Wachsausschmelzverfahren im Feinguss entwickelt wurde. Das 3D-gedruckte Modell wird in eine hitzebeständige Einbettmasse eingebettet und anschließend in einem Ofen ausgebrannt. Das Harz verbrennt vollständig und hinterlässt einen exakten Hohlraum, der mit flüssigem Metall gefüllt wird.
Funktionsprinzip Feinguss
Der Feingussprozess mit Gießharz folgt einem etablierten Ablauf. Das Modell wird gedruckt und von Stützstrukturen befreit. Es wird an einem Wachsbaum befestigt und mit Einbettmasse umgossen. Nach dem Aushärten der Masse wird das Ganze in einem Brennofen erhitzt. Das Harz verbrennt, Metall fließt in den entstandenen Hohlraum, und nach dem Abkühlen wird die Form zerschlagen.
Anforderungen an das Material
Gießharze müssen spezifische Eigenschaften erfüllen:
- Rückstandsfreies Ausbrennen ohne Asche
- Niedriger Aschegehalt unter 0,01 Prozent
- Ausreichende Grünfestigkeit für die Handhabung
- Hohe Detailwiedergabe für feine Strukturen
- Kompatibilität mit gängigen Einbettmassen
- Definiertes Ausbrennverhalten bei bekannten Temperaturen
Anwendungen
Das Haupteinsatzgebiet von Gießharzen liegt in der Schmuckherstellung. Feine Ringe, Anhänger und komplexe Schmuckstücke entstehen durch diesen Prozess. Auch die Zahntechnik nutzt Gießharze für Metallgerüste von Prothesen und Kronen. Im Maschinenbau werden kleine Präzisionsteile und Prototypen über das Feingussverfahren realisiert.
Druckprozess
Die Verarbeitung von Gießharz erfordert präzise Parameter. Feine Details wie Schmuckfassungen und Oberflächentexturen müssen scharf abgebildet werden. Die Stützstrukturen werden strategisch platziert, um spätere Bearbeitung zu minimieren. Nach dem Druck erfolgt gründliches Waschen und kontrollierte Nachhärtung, bevor das Modell in den Gussprozess geht.
Ausbrennzyklus
Der Ausbrennzyklus ist kritisch für erfolgreiche Güsse. Die Temperatur wird schrittweise erhöht, damit das Harz kontrolliert verbrennt, ohne die Einbettmasse zu beschädigen. Typische Zyklen erreichen Endtemperaturen zwischen 700 und 800 Grad Celsius. Die Haltezeiten variieren je nach Harztyp und Modellgröße. Herstellerangaben zum Ausbrennprofil sollten genau eingehalten werden.

