Aushöhlen

Was ist Aushöhlen?

Aushöhlen ist eine Modellierungstechnik im Resin-3D-Druck, bei der das Innere eines Objekts entfernt wird. Statt eines massiven Vollkörpers entsteht ein Hohlkörper mit definierter Wandstärke. Diese Methode ist bei SLA-, DLP- und LCD-Druckverfahren weit verbreitet und bietet sowohl wirtschaftliche als auch technische Vorteile.

Vorteile des Aushöhlens

Das Erstellen von Hohlkörpern bringt mehrere positive Effekte mit sich:

  • Deutliche Reduzierung des Harzverbrauchs
  • Kürzere Druckzeiten durch weniger zu härtendes Volumen
  • Geringere Ablösekräfte während des Drucks
  • Reduzierte innere Spannungen im Bauteil
  • Leichtere Endprodukte
  • Niedrigere Materialkosten pro Bauteil

Drainageöffnungen

Beim Aushöhlen entstehen geschlossene Hohlräume, in denen flüssiges Harz eingeschlossen bleibt. Dieses unhärtete Harz muss nach dem Druck ablaufen können. Drainageöffnungen, auch Ablauflöcher genannt, werden strategisch an unauffälligen Stellen des Modells platziert. Ihre Größe sollte ausreichend dimensioniert sein, damit das Harz vollständig abfließen und die Reinigungsflüssigkeit eindringen kann.

Wandstärke und Stabilität

Die Wandstärke bestimmt die mechanische Belastbarkeit des ausgehöhlten Bauteils. Zu dünne Wände können während des Drucks kollabieren oder im fertigen Zustand instabil sein. Als Richtwert gelten Wandstärken zwischen 1,5 mm und 3 mm, abhängig von Bauteilgröße und Harztyp. Für dekorative Objekte genügen dünnere Wände, funktionale Teile erfordern entsprechend mehr Material.

Software und Werkzeuge

Die meisten Slicer-Programme bieten integrierte Aushöhlfunktionen. Der Anwender definiert die gewünschte Wandstärke, und die Software berechnet automatisch den Hohlraum. Alternativ kann das Modell bereits in der CAD-Software als Hohlkörper konstruiert werden. Fortgeschrittene Programme erlauben zudem das Hinzufügen interner Stützstrukturen, die die Stabilität erhöhen, ohne den Materialverbrauch stark zu steigern.