Was ist eine Aushärtestation?
Eine Aushärtestation, auch Curing Station oder UV-Kammer genannt, ist ein spezialisiertes Gerät für die Nachbearbeitung von Resin-3D-Drucken. Sie besteht aus einem geschlossenen Gehäuse mit integrierten UV-LEDs, die das Bauteil gleichmäßig mit Licht der passenden Wellenlänge bestrahlen. Die Nachhärtung ist ein unverzichtbarer Schritt im Resin-Workflow, der die Materialeigenschaften optimiert.
Aufbau und Funktionsweise
Das Kernstück einer Aushärtestation bilden UV-LEDs mit einer Wellenlänge von typischerweise 405 nm. Diese sind im Innenraum so angeordnet, dass eine möglichst gleichmäßige Ausleuchtung entsteht. Ein Drehteller rotiert das Bauteil während der Belichtung, um Schattenbildung zu vermeiden. Reflektierende Innenwände verstärken die Lichtverteilung zusätzlich.
Vorteile der Nachhärtung
Die kontrollierte Nachhärtung in einer dedizierten Station bietet mehrere Vorteile gegenüber provisorischen Lösungen wie Sonnenlicht:
- Gleichmäßige Aushärtung aller Oberflächen
- Reproduzierbare Ergebnisse durch einstellbare Zeit
- Erreichen der maximalen Materialhärte
- Beseitigung klebriger Oberflächenreste
- Verbesserte chemische Beständigkeit
- Höhere Temperaturstabilität des Bauteils
Kombinationsgeräte
Viele Hersteller bieten sogenannte Wash & Cure Stationen an, die Waschfunktion und Aushärtung in einem Gerät vereinen. Nach dem Reinigen im Isopropanol-Bad wird das Bauteil im selben Gerät nachgehärtet. Diese Kombinationslösungen sparen Platz und vereinfachen den Workflow, sind jedoch bei hohem Durchsatz weniger flexibel als separate Geräte.
Parameter und Einstellungen
Die optimale Nachhärtezeit hängt vom verwendeten Harz, der Bauteilgröße und der Wandstärke ab. Standardharze benötigen meist zwischen 2 und 10 Minuten, während technische oder gefüllte Harze längere Zeiten erfordern. Übermäßige Nachhärtung kann zu Versprödung führen, weshalb die Herstellerangaben des Harzes beachtet werden sollten.
Professionelle Anwendungen
Im industriellen Umfeld kommen leistungsstärkere Aushärtestationen mit höherer UV-Intensität und größerem Innenraum zum Einsatz. Diese ermöglichen die gleichzeitige Nachbearbeitung mehrerer Bauteile oder großformatiger Drucke. Temperaturkontrollierte Systeme kombinieren UV-Härtung mit Wärme, um bestimmte Harze optimal auszuhärten.

